Beste Aussichten!

Beste Aussichten!

Digitalisierung, Stellenabbau, Globalisierung: Viele Arbeitsplätze werden aufgrund der technischen Entwicklung wegrationalisiert. Die Fachkosmetikerin wird es auch in 20 Jahren noch geben, ist sich unsere Autorin sicher. Und sie verrät auch, warum.

In einer Zukunft, in der viele Dienstleitungen ohne menschlichen Kontakt abgewickelt werden - Self Scanning beim Einkaufen, Self Check-in am Flughafen etc. - , werden Berufe mit menschlicher Nähe immer wichtiger. Coiffeure, Masseure, Fusspflegerinnen und natürlich Kosmetikerinnen wird es deshalb auch in Zukunft geben. Denn das, was diese Fachpersonen leisten, kann von einer Maschine nicht durchgeführt werden – hier ist der menschliche Kontakt zentral.

Der entscheidende Unterschied

Neben all den manuellen Arbeiten ist Einfühlungsvermögen ein menschlicher Wesenszug, den eine Maschine nicht kennt. Die richtigen Worte im richtigen Moment wirken oft Wunder. Das ist zu wenig rational für einen Roboter. Empathie und Lebenserfahrung machen uns unersetzbar. Durch den direkten Hautkontakt fliesst Energie, was wir als Dienstleister oft als sehr ermüdend erachten. Diese Energie kann nur von Mensch zu Mensch übertragen werden und ist oft der Grund, warum die Kunden immer wieder zu uns finden.

Ein ewiges Bedürfnis

Der Wunsch, sich zu schmücken und zu pflegen, so alt wie die Menschheit selbst. Dieses Bedürfnis, sich von der Masse abzuheben, sich immer neu zu erfinden und sich in der eigenen Haut wohlzufühlen, wird auch in Zukunft bestehen. Die Forschung wird auch in Zukunft nach dem Jungbrunnen suchen – und der Mensch wird viel Geld investieren, um möglichst lange schön, vital und glücklich auszusehen. Sich Zeit für sich zu nehmen ist heute Luxus und wird auch so zelebriert, z. B. als Wellness-Behandlung in exklusiven Spas. Noch nie wurden die Menschen so alt und bleiben so lange aktiv wie heute.

Zuwendung gesucht

Viele Rentner haben gut vorgesorgt und besitzen Geld, welches sie gerne ausgeben. Aber gerade diese Generation ist von der sozialen Verarmung am stärksten betroffen: Sie wuchsen noch mit dem „Tante Emma“-Laden auf, in dem man immer Zeit für einen Schwatz hatte. Erledigten die Zahlungen am Postschalter, wo die nette Angestellte zur Freundin wurde, und blieben oft das ganze Arbeitsleben in der gleichen Firma. Soziale Kontakte hatten diese Menschen vor Jahren noch viele, nun sind die Kinder jobbedingt im Ausland, die Freunde sterben langsam weg und den „Tante Emma“-Laden gibt es schon lange nicht mehr.

Diese Menschen sehnen sich nach Verlässlichkeit, nach Vertrautheit und nach Kontakt – und finden dies beim Coiffeur, bei der Fusspflegerin und bei der Kosmetikerin. So wird die Pflege ganz oft zur Nebensache, die Gespräche, die Berührungen sind das Ziel und werden auch sehr geschätzt. Es wäre unvorstellbar, wenn die Massage jetzt plötzlich durch eine apparative Anwendung ersetzt würde, selbst wenn die Wirkung besser wäre, diese Kunden wollen das nicht. Und das macht diesen Beruf so unerlässlich.

 

 

Von | Fotos: Fotolia/Robert Przybysz

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